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Matala
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Bucht von Matala
Bucht von Matala
Matala

liegt am Ausgang eines langen Tals, das sich zwischen zwei mächtigen Sandsteinschollen nach Westen öffnet. Eingezwängt zwischen Felshänge, die in schrägen Schichten ins Meer abgleiten, kleben die weißen Häuschen über einer lang gezogenen Strandbucht. Die berühmten Höhlenwohnungen der Jungsteinzeit lassen die nördliche Wand wie einen riesigen Termitenbau erscheinen.

Das kleine Örtchen hat in den letzten drei Jahrzehnten eine geradezu atemberaubende touristische Karriere hinter sich gebracht. In den sechziger Jahren waren es die Hippies, die Wohnhöhlen von Matala entdeckten. Aus aller Welt kamen sie angereist, darunter viele junge Amerikaner, die ihre Teilnahme am Vietnamkrieg verweigerten, und lebten hier während der Sommermonate fern der Zivilisation und nah der Natur, von der Handvoll Einwohner bestaunt, aber geduldet. Mit Meditation, Musik und Drogen entwarfen sie ein Gegenmodell zur bürgerlichen Gesellschaft. Dann kamen die Rucksacktouristen. Der Ruf Matalas als der "Szeneplatz" Kretas ging durch ganz Europa, man schlief in den Höhlen oder gleich am Strand. Die ersten cleveren Tavernenwirte witterten ihr Geschäft. Der nächste Programmpunkt war klar: Die Behörden schauten dem munteren Treiben in den Höhlen von Matala nicht mehr länger zu und stellten die jahrtausendealten Felslöcher unter Denkmalschutz - Übernachten verboten!
Die Schönheit der Bucht blieb natürlich nicht verborgen. Seit vielen Jahren steht Matala auf dem Programm eines jeden Reiseunternehmens. Tagtäglich werden Dutzende Busladungen mit Touristen aus den großen Badehotels an der Nordküste angekarrt. Bis zum frühen Nachmittag überfluten sie den Strand und das gute Dutzend angrenzender Tavernen. Doch auch immer mehr Übernachtungsgäste lockt die Legende Matala, und ständig entstehen neue Hotels und Pensionen im engen Tal. Allnächtlich beschallen zahlreiche Discobars die ganze Bucht. Und auch das Preisniveau ist spürbar höher als in anderen, touristisch weniger entwickelten Orten.
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Matala bietet mit seiner grandiose Felslandschaft für jeden etwas - nur nicht für den, der die Einsamkeit sucht. Die erleben auch die 15 "echten" Matala-Bewohner nur noch im Winter. Für die einfachen Fischer und Bauern der Bucht hat der Touristenstrom Einnahmen gebracht, die sie sich früher nie hätten träumen lassen, aber um den hohen Preis der völligen Vermarktung ihres Dorfes. Für Evangelia, Maria, und wie sie alle heißen, bedeutet das, von früh bis spät in der Küche stehen, bedienen, abwaschen, wieder bedienen. Doch nur noch wenige Tavernen gehören den Einheimischen, längst ist in der Besitzergilde von Iraklion bis Athen alles vertreten. Trotz allen Rummels ist Matala nach wie vor ein Erlebnis, und wer die Möglichkeit hat, sollte ein paar Tage hier verbringen, am besten in der Vor- oder Nachsaison. Dann ist die Bucht vielleicht am schönsten, wenn die Sonne abends weit draußen im Meer versinkt und man den tagsüber dicht bevölkerten Sandstrand fast für sich allein hat.
Mythos und Geschichte Matalas beginnen in sagenumwobener Vorzeit: Der lüsterne Zeus entführt die Königstochter Europa aus Kleinasien und geht mit ihr in der Bucht von Matala an Land. Die beiden begeben sich weiter nach Gortis in der Messara-Ebene, wo sie unter einer seitdem immergrünen Platane König Minos, den Stammvater der Minoer, zeugen.
In der Jungsteinzeit werden die Wohnhöhlen in den weichen Sandstein gegraben. Mit Steinbetten, Feuerstellen und Durchstößen zu anderen Höhlen erschaffen die Steinzeitmenschen eine perfekte Wohnkultur. In minoischer Zeit dient das benachbarte Kommos ( Komo Beach) als Hafen von Festos, das weit vorspringende Kap mit den Höhlenwohnungen hält die vom Südwestwind aufgepeitschten Wogen ab.
Viele Jahrhunderte später beschreibt Homer, dass bei der Rückkehr aus dem Trojanischen Krieg die Flotte des Spartanerkönigs Menelaos am Kap von Matala zerschellt (weil ihm seine schöne Gattin Helena geraubt worden war, hatten die vereinigten Griechenstädte den jahrzehntelangen Kampf gegen Troja begonnen).
Während der römischen Besetzung Kretas benutzen die Römer Matala als Hafen ihrer Hauptstadt Gortis in der Messara-Ebene. Und die ersten Christen begraben ihre Toten in den Höhlen der Felswand - man hat in den Fels gehauene Sarkophage gefunden.
824 in. Chr. landet der gefürchtete Sarazene Abu Hafs Omar mit seinen Truppen in der Bucht. Er lässt die Schiffe hinter den Männern verbrennen, es gibt kein Zurück und sie erobern die Insel.
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