Die Ionische Inseln Lefkas und Kefalonia           September 1999
   
Agios Nikitas
Karya
Nidri
Syvota
Fiskardo
Asos
Myrtos
 

Lefkas

Weder Insel noch Festland: Zwar gelangt man nur über eine neue Schwenkbrücke, die einen schmalen Kanal überspannt, nach Lefkas, aber eigentlich stellt eine langgestreckte Lagune die Verbindung zum Festland dar. Mit etwas über 300 Quadratkilometern ist Lefkas - fast im Zentrum der westgriechischen Inselgruppe - nach Kefalonia, Korfu und Zakynthos die viertgrößte der lonischen Inseln.

Vielleicht liegt es am fehlenden Inselcharakter, daß Lefkas bislang weitgehend vom Massentourismus verschont blieb. Eigentlich unverständlich, denn Lefkas - oft ist auch Lefkada oder Levkada zu lesen - bietet gerade das, was eine Vielzahl von Urlaubern sucht: ideale Bade- und Erholungsmöglichkeiten, also sauberes Wasser, eine atemberaubende Küste, gemütliche Hafenorte und zugleich eine rauhe, bizarr verkarstete Gebirgswelt. Die höchste Erhebung ist der Gipfel des Eläti, der auf 1158 Meter ansteigt. Im Inselinneren, vor allem im Süden, liegen etliche fruchtbare Täler. Außer vom Geschäft mit den Touristen leben die Einwohner vorwiegend vom Wein- und Getreideanbau sowie vom Fischfang. Darüber hinaus besitzt hier die Stickerei - wie im Dorf Karia - eine lange Tradition, und es gibt noch eine Reihe von Frauen, die ihre Kunstwerke verkaufen.
Heute leben etwa 23.000 Menschen auf der Insel, die durch ein Busnetz gut mit Igoumenitsa und Athen verbunden ist. Freilich steigt im Sommer die Einwohnerzahl um ein Vielfaches an. Vor allem viele Griechen verbringen auf Lefkas ihren Urlaub. Und im Badeort Nidri beherrschen britische Feriengäste die Szenerie. Lefkas ist vor allem für Segler und Surfer ein beliebter Standort. Die abwechslungsreiche Küste, zahlreiche Nachbarinselchen und verschiedene Naturhäfen machen die Insel zu einem Zentrum des Segelsports auf den lonischen Inseln.

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Kefalonia

Eine Insel voller Schönheit und Überraschungen: tiefeingeschnittene traumhafte Kiesstrandbuchten wie Myrtos, einsame Gebirgslandschaften und duftende Tannenwälder um den 1628 Meter hohen Enos, eine phantastische unterirdische Märchenwelt mit versteckten Grotten und bizarren Höhlen oder idyllische Hafenstädtchen wie Fiscardo und Assos. Keine der westgriechischen Inseln ist so abwechslungsreich und interessant wie Kefalonia.

Kefalonia ist eine erstaunlich grüne Insel, wenn auch herber als Korfu. Sie liegt wie ein großer Felsklotz, 50 Kilometer lang und 35 breit, am Westeingang des Golfs von Patras und ist mit 781 Quadratkilometern die größte der Ionischen Inseln. Kefalonia bietet ausgezeichnete Fährverbindungen nach Ithaka und zum peloponnesischen Festland (nächster Hafen Kyllini). Außerdem ist die Insel mit dem Flugzeug von Athen aus erreichbar. Die strategisch günstige Lage machte Kefalonia in früheren Jahrhunderten zum Spielball der Großmächte.

Der Tourismus hat auch auf Kefalonia Fuß gefaßt, aber er ist bei weitem nicht so ausgeprägt wie auf Korfu oder der Nachbarinsel Zakynthos. Seit die zuständigen Behörden das ungenutzte Potential der Insel entdeckt haben, wird der Fremdenverkehr konsequent gefördert, beispielsweise durch den Ausbau der Infrastruktur. Das Geschäft mit den Gästen stärkt die überwiegend landwirtschaftlich orientierte Inselökonomie (sie basiert vor allem auf Olivenöl, Wein und Schafzucht); an vielen Orten der Küste ist der - wenn auch oftmals bescheidene - Tourismus gar nicht mehr wegzudenken. Pauschalurlauber, überwiegend aus Großbritannien, haben sich in der Gegend um Skala und Katelios sowie auf der Halbinsel Lassi zu einer festen Größe etabliert, Hier, aber auch in Sami, Poros und der lebendigen Inselhauptstadt Argostoli entstanden einige größere Hotelneubauten.

Ansonsten findet man einsame Täler, abgeschiedene Strände, und nicht selten behandeln die Herbergsbesitzer ihre Gäste, als gehörten sie zur Familie.

Das Geschäft mit dem Fremdenverkehr hätte ein großer Teil der Kefalonier eigentlich gar nicht nötig. Viele bringen nach jahrzehntelangen Auslandsaufenthalten ein Vermögen mit in die Heimat zurück. Etliche begüterte Reeder haben sich im Inselsüden mit seiner üppigen Vegetation und dem milden Klima in ansehnlichen Villen niedergelassen. Kefalonia gilt unter Griechen allgemein als wohlhabend. Der Lebensstandard und die Preise sind höher als anderswo in Hellas. Trotz der Randlage wirkt die Insel keineswegs provinziell. Überall trifft man weitgereiste Griechen - da hat der eine in Melbourne einen Lebensmittelladen betrieben, der andere in der Bronx Souvlaki am Spieß serviert. Die Emigration hat seit Jahrhunderten Tradition, denn Kefalonia konnte seine Bewohner kaum ernähren. Viele Kefalonier wanderten in die USA aus.

Weitreichende Konsequenzen hatte das furchtbare Erdbeben von 1953. Dörfer und Städte (mit Ausnahme von Fiscardo) lagen in Schutt und Asche.

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