Reales Alcazares         weitere Infos

 
 Gärten des Reales Alcazare
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Reales Alcazares

Ein orientalischer Festungspalast, so scheint es. Die Grundzüge der Anlage gehen auch tatsächlich noch auf die maurische Burg der Almohadenherrscher zurück. Doch, und das ist das eigentlich Verblüffende, stammt der Palast an sich erst aus christlicher Zeit: Pedro III 'der Grausame', ein Liebhaber islamischer Kunst, ließ ihn ab 1364 für sich erbauen. Die Handwerker stammten vom 11of des befreundeten Nasridenherrschers Mohammed V. aus Granada, eine gewisse miniaturvisierte Ähnlichkeit mit der Alhambra ist deshalb auch unverkennbar.

Den Eingang zum Alcäzar bildet die Puerta del Leön. Von hier gelangt man über den Patio de la Monteria zum Löwenhof', dem Patio de los Leones. Rechterhand liegt der Cuarto del Aimirante, das `Zimmer des Admirals`, in dem Königin Isabella Christoph Kolumbus und auch den Weltumsegler Magellan empfing. Die Madonna Wirgen de los Navegantes" von 1540, Schutzpatronin der Seefahrer, ist also durchaus passend untergebracht.

Der Palast Pedros schließt sich direkt an den Löwenhof an. Schon die Fassade mit dem prächtigen Mittelstück ist hohe maurische Kunst. Was der katholische König wohl nicht wusste: Die pfiffigen islamischen Handwerker haben ihm über den Fenstern ein ornamentales Kachelband untergejubelt, dessen kufische Inschrift besagt: Es gibt keinen Gott außer Allah".

Der Patio de las Doncellas ("Innenhof der Zofen") stellt den Mittelpunkt des Palastes dar. Die später im oberen Bereich angebrachte Renaissance-Galerie ist nicht ohne Eleganz, will zu den maurischen Fächerbögen aber nicht recht passen. Unter den sich anschließenden Räumen bildet die Sala de los Embajadores den Höhepunkt des Palastes: Jeder Quadratzentimeter des `Saals der Botschafter" ist mit Kacheln, Friesen und filigranen Ornamenten ausgeschmückt, die ganze Pracht überwölbt von einer vergoldeten Stalaktitenkuppel. Von hier gelangt man in den Salon del Techo, der seinen Namen der aufwendig geschnitzten Decke verdankt, und in die Räume, die von Pedros Lieblingsmätresse Maria de Padilla bewohnt worden sein sollen. Ihretwegen ließ Pedro seine rechtmäßige Gemahlin Donia Blanca de Borbon in den Kerker werfen, wo sie im Al von 25 Jahren starb. Sein Beiname "der Grausame` macht also durchaus Si auch wenn das Volk ihn rühmte, `Pedro der Gerechte" zu sein.

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Hinter einem Nebenraum des Botschaftersaals liegt der Patio de las Muhe( Der "Innen4of der Puppen", benannt nach einigen Puppengesichtern in eii Ecke, war Mittelpunkt des privaten Palastbereichs. Die ihn umgebenden Zimmer dienten als Wohnräume.
Der Palast Karls V. ist an die Seite des Baus von Pedro gesetzt und über den Patio de los Leones und einen weiteren Innenhof zu erreichen. Das Gebäude an sich ist nicht weiter bemerkenswert, interessant dagegen sind die flämischen Wandteppiche. Karl V. hatte Künstler auf seinen Tunis-Feldzug mitgenommen, damit diese des Kaisers Heldentaten im Kampf gegen die Ungläubigen dokumentierten. Einer der Teppiche zeigt eine Landkarte, die heutigen  Kartographen vor Rührung das Wasser in die Augen treiben dürfte...

Die Gärten des Alcazar sind der richtige Platz, um die heißen Mittagsstunden zu verträumen: Wasserspiele, Fischteiche, Blütenzauber und fremdartige Bäume beweisen einmal mehr die glückliche Hand der Mauren bei der Anlage von Parks. Ein Teil der Gärten stammt allerdings, deutlich zu erkennen, späteren Zeiten wie beispielsweise der Renaissance.

Öffnungszeiten: Di-Sa 9,30-19 Uhr, So 9.30-17 Uhr, Eintritt 7,50 DM, mit internationalem Studentenausweis gratis.

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