Sevilla   Weitere Infos zu Sevilla

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Alcazar von Sevilla

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Placa de Espania

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Schöner Platz zum futtern

Sevilla (715.000 Einwohner)

Die Metropole Andalusiens zeigt viele Gesichter: Wer nur die bekannten folkloristischen Klischees sucht, wird der facettenreichen Stadt Sevilla nicht gerecht.

Als Heimat des Don Juan, der Carmen und des berühmten Barbiers prägte Sevilla das gängige Andalusienbild wie keine andere Stadt. Das weckt Erwartungen. Mancher Besucher ist deshalb enttäuscht, wenn er nicht an jeder Ecke Flamenco hört. Sevilla ist eine zukunftsorientierte Stadt, die in den letzten beiden Jahrzehnten gewaltigen wirtschaftlichen Aufschwung genommen hat und weiterhin wächst. Die Zuwanderung ist enorm. In der Umgebung stinkt Industrie, und während des Berufsverkehrs herrscht allgemeines Chaos. Da der ökonomische Erfolg vor allem den höheren Schichten zugute kam, erreichen Arbeitslosen- und Kriminalitätsrate Spitzenwerte wie in kaum einer anderen Stadt Spaniens.

Das andere, das charmante Bilderbuchsevilla, findet parallel trotzdem statt. Während der zu Recht berühmten Fiestas wird rund um die Uhr gefeiert. Die Abende und Nächte am Ufer des Guadalquivir und im Barrio de Santa Cruz sind immer noch genauso romantisch, wie man sich das vorstellt. Auch die oft beschworene Lebenslust der Einwohner bleibt in den zahllosen Bars, Bodegas und Cafés weiterhin spürbar, wenn auch nicht immer und überall: Man muß schon zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Und die wahrhaft glänzenden Monumente aus der langen Geschichte einer Stadt, die einst die reichste Spaniens war, sind ohnehin prächtig genug, um einen Besuch in Andalusiens Hauptstadt zum Pflichtprogramm zu machen. Vielleicht ist ja doch etwas dran am selbstbewußten Spruch der Einwohner: Qien no ha visto Sevilla, no ha visto maravilla - Wer Sevilla nicht gesehen hat, der hat noch kein Wunder gesehen."

Orientierung: Sevillas Zentrum liegt östlich des Rio Guadalquivir, der die Stadt etwa in Nord-Süd-Richtung durchzieht. Hauptstraße ist die Avenida de la Constitucion. In ihrer unmittelbaren Umgebung liegen mit Kathedrale und Giralda sowie der Alcazaba die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Östlich schließt sich das Barrio de Santa Cruz an, Sevillas lauschiges Vorzeigeviertel. Die Avenida de la Constitueion beginnt im Süden am Verkehrsknotenpunkt Puerta de Jerez und mündet im Norden in den Doppelplatz Plaza San Francisco/Plaza Nueva; hier liegt auch das Geschäftsviertel um die Haupteinkaufsstraße Calle Sierpes. Südlich des engeren Zentrums erstrecken sieh der Park Parque de Maria Luisa und das Gelände der Ibero-Amerikanischen Ausstellung von 1929, die Plaza de Espana. Jenseits des Guadalquivir sind zwei ehemals selbständige Siedlungen zu Stadtvierteln geworden: das volkstümliche Barrio de Triana auf Höhe des Zentrums und, südlich anschließend, da neuzeitlichere Barrio de los Remedios auf Höhe des Parque de Maria Luisa.

Kriminalität: Umsicht ist geboten. Arbeitslosigkeit und besonders Drogen sucht verursachen eine extrem hohe Kleinkriminalität; Diebstähle und Autoaufbrüche sind Alltag in Sevilla. Kein Grund, die Stadt zu meiden, wohl aber etwas Vorsicht walten zu lassen. Paß und Wertsachen sollte man am Körper tragen, besser noch im Hotelsafe deponieren; Kameras und dergleichen dezent transportieren. Handtaschenklau vom Motorrad aus ist verbreite Nichts, aber auch gar nichts im Auto lassen, auch nicht das Radio; Parkhäuser aufsuchen. Mancher Kleinganove hat sich auf den Raub an der Ampel spezialisiert: Schieben Sie ihre Wertsachen während der Stadtfahrt unter den Sitz wie es auch viele Sevillaner tun.

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Geschichte

Wohl eine Gründung der Iberer, später von Phöniziern und Karthagern besiedelt, wurde das damalige Hispalis 205 v. Chr. von den Römern erobert und in Colonia Julia Romula umbenannt. Im Krieg gegen Pompeius ließ Julius Cäsar die Stadt mit Mauern und Türmen befestigen und machte sie zur Hauptstadt der Südprovinz Baetiea. Nach einem kurzen Zwischenspiel der Vandale geriet Sevilla ab 441 in die Hände der Westgoten und fungierte auch unter deren Herrschaft eine Zeitlang als Hauptstadt.

712 wurde Sevilla von den Mauren erobert und hieß fortan lchbiliya. Zunächst, eigenständig, dann von den Omaijaden aus Cordoba regiert, später Sitz eine Teilkönigreichs, erlebte die Siedlung einen schnellen Aufschwung, überflügelte nach dem Zerfall des Omaijadenreichs sogar Cordoba. Fast alle heute bestehenden maurischen Bauwerke entstanden unter der mehr als hundert jährigen Herrschaft der fundamentalistischen Almohaden-Dynastie, die 114 an die Macht kam. 1248 wurde Sevilla von den Christen unter Ferdinand II zurückerobert.

Die Entdeckung Amerikas brachte Sevilla eine neue Blütezeit. Hier und i Cadiz entluden die Gold- und Silbergaleonen ihre kostbare Fracht. Sevilla besaß als Sitz der für den Warenverkehr mit Amerika zuständigen Behörde Casa de Contrataciön das Handelsmonopol für die überseeischen Kolonie Unermeßliche Reichtümer flossen in die Stadt, erneut entstand eine Fülle prächtiger Bauten. Der Niedergang begann erst, als im 17. Jh. eine schreckliche Pestepidemie wütete, der Guadalquivir allmählich versandete und 171 die Casa de Contrataeion nach Cadiz verlegt wurde.

Im Spanischen Bürgerkrieg geriet Sevilla gleich zu Beginn in die Hände de Faschisten. Heute darf man sich wohl darüber freuen, blieb die Stadt dadurch doch vor den schlimmsten Zerstörungen bewahrt.

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