La Mesquita       weitere Infos

La Mezquita

Nach der Alhambra von Granada ist die Mezquita von Cordoba das bedeutendste maurische Bauwerk Andalusiens. Auf ihre Weise ist die Mezquita sogar einmalig: Moschee und Kathedrale ("Mezquita-Catedral") im gleichen Gebäude - das findet sich sonst wohl nirgends auf der Welt.

Nach außen umgibt eine schmucklose, zwölf Meter hohe Mauer das 175x134 Meter messende Areal, verschwenderisch verziert sind einzig die Portale. Die Moschee selbst nimmt ein Quadrat von 134 Meter Seitenlänge ein, den Rest beansprucht der "Orangenhof' Patio de los Naranjos. So wie sie heute zu sehen ist, entstand die Mezquita zwischen 785 und 1009 in vier voneinander deutlich zu unterscheidenden Bauphasen. Die in die Mitte gezwängte Kathedrale datiert aus dem 16./17. Jh.

Der Anblick des Inneren der Moschee ist, hat man sich erst einmal an das Halbdunkel gewöhnt, schlichtweg märchenhaft. Über 900 Säulen waren es einst, noch 856 sind verblieben

Öffnugszeiten: Mo-Sa 10-19 Uhr Winter 10-17.30/18.30 Uhr), So 14-19 Uhr Eintritt etwa 10 DM. Soweit die offiziellen Öffnungszeiten. In der Regel ist die Mezquita jedoch morgens bereits ab 8.30 Uhr geöffnet, der Eintritt dann gratis, das Innere allerdings dann nicht beleuchtet

 

Geschichte:

Die Mesquita steht auf seit Urzeiten heiligem Boden. Unter den Römern erhob sich hier ein Tempel des doppelgesichtigen Gottes Janus, unter den Westgoten eine dem Märtyrer Vinzenz geweihte Basilika. Als die Mauren

Cordoba einnahmen, bewiesen sie die ganze Toleranz des damaligen Islam, teilten die Kirche und überließen den Christen eine der beiden Hälften eine nicht nur in Andalusien, sondern auch in den eroberten Gebieten des Orients oft geübte Praxis. Über mehr als ein halbes Jahrhundert hinweg beteten Moslems und Christen im gleichen Gotteshaus.
Abd ar-Rahman L kaufte (bemerkenswert) 785 den Christen ihren Teil ab, ließ die Kirche abreißen und die erste "Ur-Mezquita" errichten, damals die größte Moschee der Welt. Die benötigten Säulen edelsten Materials, wie Jaspis, Marmor, Porphyr, stammten von der westgotischen Basilika und aus antiken Ruinen. Abd ar-Rahman II.. (821-852) und Al-Hakem II.. (961-976) ließen jeweils den Saal nach Süden zu verlängern; Almansor (1008-1009) schließlich zeichnete verantwortlich für die umfassendste Erweiterung entlang der gesamten Ostfront und verdoppelte damit die Grundfläche nahezu. Die Kathedrale inmitten der Moschee entstand während und nach der Regierungszeit von Karl V. (1519-1556).

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Besichtigung: Man betritt den Patio de los Naranjos, einen mit Orangenbäumen und Brunnen geschmückten Hof, von Norden. Der Eingang erfolgt von der Calle de Cardenal Herrero und durch das "Büßertor" Puerta del Perd6n wie es heißt, habe der dem Koran untreue Philosoph Averroes sich hier den Beschimpfungen der Gläubigen aussetzen müssen. Rechts des Eingangs erhebt sich der besteigbare Glockenturm an der Stelle, an der einst das Minarett stand. Die Mauer der Moschee zum Hof hin muss man sich wegdenken: Zu maurischer Zeit war diese Seite völlig offen, die Moschee einsehbar. Der Eingang liegt ganz links, in der Südostecke des Hofs.

Der Anblick des Inneren der Moschee ist, hat man sich erst einmal an das Halbdunkel gewöhnt, schlichtweg märchenhaft. Über 900 Säulen waren es einst, noch 856 sind verblieben. Die am Boden stehenden runden Säulen werden überspannt von hufeisenböigen, zwischen denen weitere, diesmal viereckige Säulen aufragen und die Basis für eine weitere Bogenreihe bieten - vielleicht angelehnt an römische Aquädukte, in jedem Fall aber eine geniale Idee um eine größere Höhe des Raums zu erreichen. Die symmetrische Anordnung der Säulen schafft im Zusammenspiel mit den rot-weiß gestreiften Bögen eh unglaubliches Gefühl von Rhythmus, Schwerelosigkeit und schier endlose~ Weite. Es lohnt sich, die einzelnen Säulen genauer zu betrachten: Alle habe sie eine Geschichte hinter sich, die noch älter ist als die der Mezquita, und ihr Kapitelle variieren je nach Herkunft.

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Die Kathedrale im Zentrum der Mezquita kann nur als Akt der Barbarei bezeichnet werden. Hatten die christlichen Rückeroberer die Mezquita noch kaum angetastet, so war im Spanien des 16. Jh. massivere Machtdemonstration angesagt. Lange schon hatten sich die hohen Kirchenherren eine Kathedrale in der Mezquita gewünscht, ebenso lange die Stadtverwaltung von Cordoba harten Widerstand geleistet, der bis zur Androhung der Todesstrafe für die Bauarbeiter ging. In Karl V. (Carlos V.), ab 1519 Kaiser von Spanien fanden die Domherren den geeigneten, weil noch unsicheren Mann, um ihr Vorhaben durchzusetzen. Zu seiner Ehrenrettung muss gesagt werden, dass, später, im Angesicht des Ergebnisses, seinen Fehler erkannte: "Hätte ich gewußt, was Ihr vorhabt, Ihr hättet es nicht gemacht. Was Ihr tatet, hätte in überall tun können, was Ihr zerstörtet, war einmalig auf der Welt." Diese Er kenntnis hinderte ihn allerdings nicht daran, später der Alhambra von Granada seinen Palacio Carlos V. aufzuzwingen. An einem anderen Ort würde man die kirchliche Renaissancekunst der Kathedrale, die Capilla Mayor, aufwendig geschnitzten Chor, die Kapellen und die Sakristei an der Südwand mit Kirchenschatz wahrscheinlich als gelungen empfinden. Im Kontrast zur edlen Schlichtheit der Mezquita jedoch wirkt das alles überladen und protzig ebenso das hohe Gewölbe, das weit über das Dach der Moschee hinausragt. Zugute halten mag man der Kathedrale noch, dass ohne sie die Mezquita mit hoher Wahrscheinlichkeit zerstört worden wäre.

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